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Charles Lindbergh n.e.V. live in Hamburg

Heute Abend Charles Lindbergh n.e.V./Johnny Beton And The Mörtels live im Rock’n Roll Warehouse in Hamburg Altona im Rahmen des Ehemaligen-Treffs des Goethe Gymnasiums Hamburg. Am Schlagzeug Thomas S., an der Gitarre Michi Kü und Synthie und Gesang Herr Haiko. Beim “Weihnachtsmann” wird Herr Carol am Mikro zugegen sein.
(Hoffentlich) in Kürze hier: Videoaufnahmen des Auftritts!

Die Setlist lautet:
1. Your Death
2. Little Phony On A Cloud
3. Mad On The Beach
4. Mad On The Beach 2
5. Weihnachtsmann

Das Foto zeigt die Band bei einem vergangenen Auftritt im Jahr 1983.

Fraktus – Das letzte Kapitel der Musikgeschichte

Es war eine gelungene Welturaufführung im Hamburger “Übel & Gefährlich”:

1983. Drei junge Männer gruppieren in der Zeit der Neuen Deutschen Welle eine Band und haben unglaublichen Erfolg mit elektronischer Musik. Doch dann bricht in einem Club bei einem Konzert ein Feuer aus – das Ende der Band. Seitdem sind die drei Herren verschollen. 2012. Der Musikproduzent Roger Dettner wittert ein großes Geschäft und wil die Sensation perfekt machen: Eine Re-Union der Band, die Vorreiter des Technos war. Doch bis auf Torsten Bage, der mittlerweile peinliche Ibiza-Stimmungshits macht, ist keines der Bandmitglieder irgendwie groß in Erscheinung getreten. Mit allen Tricks kann er Dirk “Dickie” Schubert und Bernd Wand, der gerade “Fraktus 2″ mit seinen Eltern gestartet hat, nach Ibiza locken, um dort auf Torsten zu treffen, in der Hoffnung, dass die alte Chemie wieder aufflammt. Nach anfäglichen Schwierigkeiten passiert das sogar tatsächlich, ein Comeback ist möglich. Doch der Weg ist steinig, ein Auftritt beim Melt Festival mit neuem Material geht total in die Hose, Produzent Alex Christensen produziert oberflächlichen Müll für sie und es kommt wieder zum großen Bruch. Doch dann kommt die Idee…

Dieser Film ist aufgebaut wie eine Dokumentation, ist aber fiktiv, insofern muss der Begriff Mockumentary fallen. Das Marketing des Filmes und der Film an sich versuchen den Schein aufzubauen, dass es “Fraktus” tatsächlich gab. Dabei hat man sich wirklich viel Mühe gegeben: Eingebaute Interview-Sequenzen von Dieter Meier (Yello), Scooter, Blixa Bargeld und vielen mehr, die “Fraktus” als Inspiration nennen. Westbam gibt sogar zu, dass er für seinen Track “Sonic Empire” von einem “Fraktus”-Song geklaut hat, es gibt Ausschnitte aus der Musiksendung “Formel Eins”, die echt wirkenden Plattencover werden gezeigt, auf alt getrimmte Aufnahmen alter Auftritte und und und. Spätestens wenn der Film in die Gegenwart umschaltet und den Produzenten dabei begleitet, die Wiedervereinigung der Band zu organisieren, wird klar, dass es ein echter Spielfilm und keine Doku ist, denn die drei Herren von “Fraktus” werden von niemand geringerem als Studio Braun, also Rocko Schamoni, Heinz Strunk und Jacques Palminger, dargestellt, die im übrigen auch am Drehbuch mitgerarbeitet haben. Fing der Film schon wirklich komisch an, beginnt der echte Spaß von diesem Zeitpunkt an. Wenn Rocko Schamoni erklärt, wie er Musik aus einem Wasserstrahl heraushören kann, Jaques Palminger, entsprungen einer “Optiker-Dynstie”, mit seinen Eltern “Fraktus 2″ gründet, Heinz Strunk mit Arschgeweih rumläuft und vieles vieles mehr, dann ist das Ganze an Absurdität und einer ordentlichen Portion norddeutschem Trockenhumor kaum zu übertreffen. Für Hamburgfreunde gibt es dann auch noch jede Menge Aufnahmen der Hansestadt. “Fraktus – Das letzte Kapitel der Musikgeschichte” ist für mich auf jeden Fall in der persönlichen Top 3 der Filme des Jahres 2012!

30 Jahre Charles Lindbergh n.e.V.

Hallo liebe Blogleser,

2013 ist das 30-jährige Jubiläum von Charles Linderbgh n.e.V. Zeit also, dass was Gutes passiert. Dieses Jahr treffen wir uns noch auf dem 10. Kernkrach-Festival (auch wenn wir nicht unbedingt live spielen werden) (s. www.kernkrach.de) und dann spielen wir noch (in Kooperation mit Johnny Beton And The Mörtels) bei einem Abitreffen am 13. Oktober. So sind wir frisch gestärkt für 2013.

Da wird es Neues geben von der Band, es wird Altes geben, und es wird altes Neues geben. Mehr wird noch nicht verraten.

Das Bild ist übrigens aus dem Jahr 1983.

 

Pipapo – Die Zeitschrift – Teil 1

Pipapo-Schrift

Als der Autor noch etwas jünge war als heute, also in den Siebziger Jahren, hatte er schon den Traum, Zeitschriften zu veröffentlichen – und tat es auch. Eine Zeitschrift hatte den Namen “Pipapo” und war eine Mischung aus Yps und Mickey Maus, also einige kleine Minicomics, Starschnitt und Bastelbogen etc. Diese sehr raren Exemplare, es gab jeweils nur eines, sind nun wieder auf dem Dachboden der Eltern des Autoren aufgetaucht und verdienen es, der Nachwelt in elektronischer Form zugänglich gemacht zu werden. Da die Hefte meist nicht durchnummeriert waren, ist eine chronologische Reihenfolge nicht mehr zu rekonstruieren. Wir starten hier einfach mit dem Heft, das oben auf dem Stapel lag.

Es gab nicht  nur “Pipapo”-Hefte, sondern auch Comics zu “Kampf um die Natal”, “Buch Rogers”, eine Science-Fiction-Hefte-Serie und vieles vieles mehr. Diese werden so nach und nach in der Rubrik “Hefte der Siebziger und Achtziger Jahre” in unregelmäßiger Reihenfolge in diesem Blog erscheinen. Die Seiten sind einzeln lesbar, bitte einfach nur auf die jeweilige Seite klicken, dann wird sie vergrößert dargestellt. Am Ende des Artikels gibt es dann jeweils einen Downloadlink, wo man das Heft dann zum Selbstausdrucken runterladen kann, um es bei sich zu archivieren.

Seite 1: Titelseite:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 2: (Leeres) Inhaltsverzeichnis und Infos zur Boeing 737

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 3: Comic “Familie Dracula – Geburtagsspiele”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 4: Comic “Die Fahrt des Verderbens”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 5: Comic “Die Fahrt des Verderbens”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 6: Comic: “Der Erfinder – Silverster”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 7: Comic “Der Erfinder – Silvester”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 8: Poster “Kriegsschiff”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 9: Sammelkarten “Roboter”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 10: Malkursus – Brille

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 11: Starschnitt – Stormtrooper, Teil 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 12: Bastelanleitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 13: Bilder und Sammel-Coin (gedruckt auf Pappe)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 14: Bastelbogen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und zum Schluss nun der Downloadlink (PDF).

Neue Hörspielserie: Ein Fall Für Die Rosen

Das Label Winterzeit hat den Versuch gestartet, eine neue Jugend-Krimi-Hörspielserie auf dem Markt zu etablieren, die sich wohltuend von den bekannten “3 ???” und “TKKG” abhebt.
Lest eine ausführliche Besprechung auf unserer Website
www.haikosfilmlexikon.de

Die Rosen

Die Rosen

Kurzgeschichte von 1985

Als mir beim Aufräumen eines Schrankes ein Karton mit beschriebenen Papier in die Hände fiel, stellte sich das als Sammlung selbstgeschriebener Kurzgeschichten seit Mitte der 80er Jahre heraus. Persönliches, Horror und Science Fiction, teilweise arg pubertär, aber Teil meines Lebens. Aus nostalgischen Gründen entschied ich mich, eine der ältesten Geschichten aus dem Jahr 1985 mal unverändert hier einzustellen. Lediglich ein paar Rechschreib- und Grammatikfehler habe ich beim Abtippen berichtigt.
Schon interessant, wie wir Jugendlichen damals auf das Ende der Zivilisation, das ja unmittelbar bevorstand, warteten in einer Welt, die von Ronald Reagan, Margaret Thatcher, Helmut Kohl und Konstantin Tschernenko gesteuert wurde…

 

DAS ENDE DES KRIEGES

Einsam lagen die Ruinen, die einmal Moskau waren, in der Dämmerung.

Etwas außerhalb der Stadt saß ein Mann. Er wusste, dass er Bubkov hieß. An seinen vollen Namen konnte er sich jedoch nicht mehr erinnern. Er saß vor einem alten Bunker. Bubkov wusste auch nicht, wie alt er war. Wenn er aufstand, ging er gebeugt, wie ein alter Mann. Der ungepflegte Bart, die langen Haare und die schmutzige, zerrissene Kleidung zeugten davon, dass Bubkov schon lange allein in dieser Wildnis war.

Andere Überlebende kannte Bubkov nicht. Sie waren vor langer Zeit weggezogen. Sie hatten Angst vor dem nächsten Atomschlag gegen Moskau. Nur Bubkov zog nicht weg, denn er wusste, dass es wohl kaum etwas nützen würde.

Nun, als er vor dem Bunker saß, versuchte er, sich an den Beginn des Krieges zu erinnern, der der letzte werden sollte. Warum und wann der Krieg begonnen hatte, wusste Bubkov nicht mehr. Irgendwann fing er einfach an.

Zuerst wurden nur konventionelle Waffen eingesetzt, denn die beiden Weltmächte, USA und UdSSR, trauten sich nicht, Atomwaffen einzusetzen. Irgendwann jedoch waren die konventionellen Waffenarsenale erschöpft und die ersten Atomraketen wurden gezündet. Washington führte den Erstschlag. Kiew verging im atomaren Höllenfeuer. Der Gegenschlag durch Moskau war eine logische Folge. Boston hörte auf, zu existieren. Danach ging es Schlag auf Schlag. Eine Großstadt nach der anderen wurde angegriffen und zerstört.

Nach dem ersten Angriff auf Moskau flüchteten die Überlebenden, in der Hoffnung, sich in Sicherheit bringen zu können. Nur Bubkov blieb. Er hatte Zeit, viel Zeit. Zeit zum Nachdenken.

Immer wieder versuchte er, sich an den Grund des Krieges zu erinnern. Er wollte und wollte ihm einfach nicht mehr einfallen. Es ging einfach eines Tages los. Es muss Mitte der 90er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts gewesen sein. Auch das wusste Bubkov nicht mehr genau.

Doch jetzt neigte sich der Krieg seinem Ende zu. Die Waffenarsenale beider Seiten waren leer. Die letzten Raketen wurden gezündet. Bubkov wusste es, obwohl niemand ihm etwas gesagt hatte. Er wusste es einfach. Er wusste auch, dass seine Tage gezählt waren. Angst hatte er aber nicht. Was sollte er auch noch auf der menschenleeren Erde? Er war doch allein.

War er wirklich allein? Er wusste es nicht.

Tiere gab es schon lange nicht mehr. Zumindest nicht mehr hier, in Moskau. Menschen hatte Bubkov auch schon lange nicht mehr gesehen. Er wusste nicht, ob es Tage oder Jahre waren, seit er den letzten Menschen gesehen hatte. Er hatte kein Gefühl mehr für die Zeit.

Es wurde auch nicht mehr richtig dunkel oder hell. Die ganze Zeit herrschte ein Dämmerlicht, als wenn die Erde aufgehört hätte, sich zu drehen.

Jetzt hörte Bubkov ein leises Heulen in der Luft, das immer lauter wurde und sich zu einem Dröhnen verstärkte. Bubkov wusste, dass es eine Rakete war. Er wusste, dass es die letzte Rakete dieses letzten Krieges war. Niemand hatte es ihm gesagt, aber er wusste es.

Das Dröhnen wurde noch lauter. Bubkov taten die Ohren weh. Er wusste, dass das sein Ende war. Es würde die Erlösung sein. Denn er war sehr einsam. -

 

Alexander Pohle (c) 1985

BILD lügt

BILD lügtHeute verteilt die Deutsche Post AG über ihre Briefzusteller 41 Millionen Sonderausgaben der BILD kostenlos an alle Haushalte in Deutschland. Ist mir recht, habe ich grundsätzlich kein Problem mit.
Dass die Briefzusteller dafür sicher sehr viele Überstunden schieben MÜSSEN, ärgert die, kann ich nachvollziehen, ist aber kein Grund dafür, die Arbeit nicht ordentlich zu machen. Denn BILD hat auf ihrer Website versprochen, dass die “Zeitung” IN meinem Briefkasten liegen wird, siehe Bild. Gefunden habe ich – wie auch alle anderen 41 Haushalte in meinem Wohnhaus – die “Zeitung” aber vor der Wohnungstür auf der dreckigen Fußmatte. Der Briefschlitz in der Wohnungstür ist auf jeden Fall groß genug, so dass man die BILD einmal gefaltet problemlos einstecken könnte. Die übrige Post am heutigen Tag wurde auch ordentlich, wie immer, in den Briefschlitz gesteckt.
Und komme mir keiner mit “wie sollen die Briefzusteller das denn zusätzlich schaffen?”…wenn die Deutsche Post AG nicht in der Lage ist, so einen Auftrag der Axel Springer AG sorgfältig auszuführen, darf sie ihn halt nicht annehmen. Zudem ist heute die für einen Samstag übliche Tüte mit Prospekten nicht gekommen. Wäre zu viel gewesen? Nicht mein Problem.
Jedenfalls kann ich reinen Herzens behaupten: BILD lügt – und das ist doch mal wirklich befreiend, wenn man dafür nicht befürchten muss, verklagt zu werden.

Die Rote Gefahr oder: Lieber eine dreckige Jacke als ein dreckiger Gitarrengurt… – 31. März 1979

Um das “Tagebuch” in (umgekehrter) chronologischer Reihenfolge
zu sehen, klickt unter “Alles oder nichts” auf “Die Rote
Gefahr”

Es war voll früh. Meine Mutter riss die Tür auf und schrie, dass der Umzugswagen da sei, und obwohl die Umzugsleute ja dafür bezahlt werden, stand mein Vater aus lauter Solidarität im Blaumann da. Handwerker seien da sehr empfindlich, wenn man so täte, als sei man besser als sie. Nach einem kleinen Streit mit dem guten Mann, blieb ich einfach im Bett liegen und ließ die Umzugsleute um mich herum werkeln, ich hatte da kein schlechtes Gewissen, denn immerhin war ich später als die im Bett gewesen, also dürfte ich natürlich auch länger schlafen. Als die Herren wieder weg waren, wollte meine Mutter, dass ich sofort mit dem Auspacken anfangen würde, mir war aber klar, dass ich beim kleinsten Versuch, aufzustehen, sofort kotzen müsste. Ich schlief noch bis 16:45 Uhr, guckte dann und legte mich noch eine Stunde hin, nachdem ich das erste Mal die Tapete in meinem Zimmer gesehen hatte. Meine Mutter hatte recht, es war ganz klar, dass hier eine von diesen modernen Raufasertapeten ran musste. Und weiß musste sie sein. Oder sogar schwarz. Dann stand ich auf und öffnete den Karton, in dem ich meine Stereoanlage eingepackt hatte. Die hatte ich einst zur Konfirmation bekommen. Jeder hatte die Konfirmation nur gemacht, um eine Stereoanlage zu kriegen.

Ich baute die Stereoanlage von Schneider auf einem der Kartons auf und suchte aus einem anderen meine Schallplatten raus. Ich legte dann „The Scream“ von Siouxsie And The Banshees auf und hörte das, allerdings in gedämpfter Lautstärke, da ich immer noch sehr lärmempfindlich war. Irgendwie musste ich die Zeit bis zum Abendessen totschlagen, danach wollte ich wieder Richtung Fabrik geben, um möglichst diesen Typen von gestern zu treffen. Ich hoffte, ich würde ihn wiedererkennen. Vielleicht würde er mir noch ein paar interessante Plätze hier in Hamburg zeigen. Meine Eltern ließen mich wenigstens in Ruhe, niemand klopfte mehr an meine Tür.

Nach dem ansonsten sehr wortlos von statten gehenden Abendessen verschwand ich sofort. Mir war klar, dass ich viel zu früh war, doch ich musste raus aus der Wohnung und die frische Luft hatte ich auch dringend nötig. Langsam ging ich zur Fabrik, holte mir unterwegs Zigaretten und rauchte eine. Es schmeckte wie immer widerlich, ich wusste gar nicht, warum ich ständig rauchen musste, eigentlich war das gar nicht nötig, machte einen doch nur krank, jedenfalls hörte man das ja immer wieder. Aber egal, es musste jetzt einfach sein. Ein junger Mann meines Standes musste so etwas auch tun, das gehörte sich einfach so. Aus einem Imbiss holte ich mir ein Sechserpack Bier, dann setzte ich mich vor der Fabrik auf den kleinen Platz und machte es mir erst einmal gemütlich. Ich war froh, dass ich mich einigermaßen warm angezogen hatte, denn es wurde arschkalt. Und das Bier wärmte auch nicht gerade. Liebend gerne hätte ich einen wärmenden Kaffee getrunken, aber ich hatte nun mal Bier gekauft. Mir war klar, dass das Warten womöglich sehr lange dauern könnte, mit etwas Pech hätte der Typ eh glatt vergessen, dass wir uns hier treffen wollten. Oder er erkannte mich gar nicht. Oder wir erkannten uns nicht. Es gab so viele Möglichkeiten, dass wir uns verpassten. Man weiß ja nie, was so alles passieren kann.

Da es April seit heute war, war es inzwischen auch stockdunkel, und bitterkalt war es zudem. Ich dachte über Julia nach, die mich angeblich über alles liebte. Warum aber hatte sie dann heute nicht angerufen? Interessierte es sie womöglich überhaupt nicht, was hier los war, wie es ihrem ach so tollen Schatz erging? Hatte sie vielleicht schon einen Neuen? So schnell? So sind die Frauen halt. Mir sollte es aber nur recht sein, ich war immer noch der Meinung, dass so eine Fernbeziehung keinerlei Chance hätte und vielleicht hatte ich Glück und sie meldet sich einfach nicht mehr, sodass ich nunmehr frei wäre. Doch trotzdem ärgerte es mich, dass sie sich nicht meldete.

Ich trank bereits mein drittes Bier, es war so gegen 22 Uhr, als der Kerl endlich kam. Zumindest glaubte ich, dass er es war…

Wie BILD bei der Präsidentensuche 2004 titelte…

wahnsinn_spezialGibt es einen treffenderen Kommentar nach dem Rücktritt von Frau Wulff und ihrem Präsidentengatten und der jetzt startenden Suche nach einem Nachfolger?

Meldungen aus einer wahnsinnigen Welt Teil 3

wahnsinn03