Damit sich Nazi-Skins, Blood & Honour-Gesocks und sonstige rechts-Rock-Fans mal so richtig ärgern können…
Archiv für 30. November 2011
Der Clou
Rezension: DAYBED – Preludes
Auf dem kleinen aber feinen Genetic Music Schwesterlabel No Emb Blanc erscheinen Platten, die so nicht ganz in das musikalische Minimal Electro und (Minimal-) New Wave im Stile der 80er Jahre-Konzept passen. Auf No Emb Blanc findet man also Sachen, die auch mal fetteren Sound und modernere Klänge bieten, wobei natürlich nicht ausgeschlossen ist, dass auch Anklänge an die alten Zeiten zu hören sind. DAYBED ist ein neuseeländisches Duo, das aber zumindest zeitweilig seine Zelte in Berlin aufgeschlagen hat. Mit dieser 12“EP geben sie ihr Debüt, das durch einige Samplerbeiträge begleitet wird. Die Musik ist natürlich rein elektronisch, klingt modern, obwohl die Vorbilder sicher auch wieder in den 80er Jahren zu suchen sind. Synthie-Pop mit Soft-EBM-Sequenzern und ein bisschen Client-Klang. Frauenstimmen in der Welt des elektronischen Pop sind inzwischen nichts Besonderes mehr, deswegen ist der Überraschungseffekt nicht allzu groß, wenn Carla Marshall zu singen anfängt. Dazu tanzbare Rhythmen und eine irgendwie frische Klangwelt, die im Ohr bleibt, aber letztlich nicht besonders innovativ ist. Muss es aber auch gar nicht sein, denn wer hört nicht gerne auch mal einfachen tanzbaren Synth-Pop, der schlicht Spaß macht?
No Emb Blanc/Genetic Music 2010 12″EP
Rezension: NICK CAVE AND THE BAD SEEDS – LET LOVE IN (Deluxe Edition)
Mit den Alben „Tender Prey“, „The Good Son“ und „Henry’s Dream“ hatte sich NICK CAVE mit seiner Band THE BAD SEEDS endgültig in der großen Popwelt etabliert. Hier und da spürte man noch die Wut der frühen Alben, insgesamt ging es aber schon nachdenklicher und bluesiger zu. Der ganz große kommerzielle Durchbruch folgt 1996 mit den „Murder Ballads“ und den Top Hits „Where The Wild Roses Grow“ und „Henry Lee“, vorher erschien aber noch 1994 „Let Love In“. Die drei ausgekoppelten Singles „Do You Love Me“, „Loverman“ und „Red Right Hand“ zeigten eine interessante musikalische Spannweite. „Do You Love Me“ klingt fast ein bisschen wie Philip Boa zur gleichen Zeit, ein kraftvoller Song zwischen Pop, Blues und ganz entfernt noch Punk. Und in meinen Ohren die perfekte NICK CAVE Single, die genau das rüberbringt, wofür Cave in den 90ern stand. „Loverman“ hingegen orientiert sich mehr an „Tender Prey“ und „Henry’s Dream“ und „Red Right Hand“ nimmt die morbide Stimmung von „Murder Ballads“ weniger poppig vorweg. Einer der besten NICK CAVE Songs überhaupt und unter den Fans außerordentlich beliebt. Auch über die Auskopplungen hinaus sind interessante Stücke dabei.
„Nobody’s Baby Now“ ist eine herrliche Ballade, die fast wie die Coverversion eines 70er Jahre Elvis-Songs, den dieser nie eingespielt hat klingt. Fast schon zu glatt, aber durch CAVEs Stimme trotzdem ein Ohrwurm. „Jangling Jack“ lässt die Schrägheit der ersten BAD SEEDS-Alben wieder aufleben und dürfte damals auf den Konzerten für viel Begeisterung gesorgt haben. „I Let Love In“ klingt wie eine krachige Version von Johnny Cash. Auch „Thirsty Dog“ ist ein, diesmal treibender, Country-Verschnitt, der bei Auftritten unter Garantie für wilde Bewegungsorgien vor der Bühne gesorgt hat. Zum Ende hin mit „Lay Me Down“ noch eine typische CAVE-Ballade und mit „Do You Love Me (Part 2)“ eine „Road-Movie“-Version der Single.
NICK CAVE AND THE BAD SEEDS haben mit „Let Love In“ vor der fast kompletten Hinwendung zum Pop noch einmal ein Album veröffentlicht, das viele alte Tugenden der Gruppe noch einmal aufleben lässt, ohne sich aber allzu sehr zu wiederholen.
Die Deluxe-Edition von „Let Love In“ ist in der üblichen Aufmachung dieser Wiederveröffentlichungs-Reihe erschienen, also mehrfach klappbares DigiPak, sowie Liner Notes im Booklet und natürlich die Bonus DVD, die das Album im 5.1-Sound enthält, dazu die B-Seiten der Singles, die entsprechenden Videoclips und die nächste Folge der Dokumentation „Do You Love Me Like I Do“. Runde Sache wie immer und ein wirklich gutes Album.
Mute Records 2011 CD+DVD
Der Sozialstatus in Lurup
An der Schule unseres Sohnes wird gerade der Sozialstatus der Schüler und Familien per Fragenkatalog gemessen.
Anstatt zu fragen, habt Ihr ein Haus und einen Garten, werden die Schüler gefragt:
- Haben Eure Eltern einen Rasenmäher?
Antwort von unserem Sohn und einem anderen Schüler: Nein
Weil: Wir haben Haus und Garten, aber bei uns kommt regelmäßig eine Gartenbaufirma, um den Rasen zu mähen, die anderen Eltern holen sich immer den Rasenmäher von ihrem Nachbarn. Das Ergebnis der Studie aber: Beides Familien haben also keinen Garten = niedriger Sozialstatus.
Anstatt zu fragen: Habt ihr viele Bücher zuhause, wird gefragt:
- Wie viele Bücher habt ihr im Wohnzimmer?
Antwort von den Kindern: Keine
Weil: Wir und die anderen Eltern haben genug Bücher, um damit handeln zu können, aber die Regale stehen im Keller.
Das Ergebnis der Studie also: Beides Asi-Familien ohne Bücher.
Fazit der Untersuchung: In unserem Stadtteil leben nur Asoziale.
Fazit für mich aber: Der Fragenausdenker hat offenbar selbst einen niedrigen Sozialstatus oder ist zumindest ziemlich beschränkt. Und weiterhin: Statistiken besagen, dass 100% aller Statistiken falsch sind.
Jetzt… von Charles Lindbergh n.e.V.
Hallo zusammen,
dank Facebook wurde ich aufmerksam, dass die komplette 7″ “Jetzt…” von unserer Band Charles Lindbergh n.e.V. bei Youtube gepostet wurde.
Bitte schaut Euch das so oft wie möglich an, damit dieses Video das meistgeguckteste Video bei Youtube wird.
Die Titel lauten:
A1 Jetzt…
A2 Auf in den Kampf
B1 Body Building
B2 Peinlich Peinlich
Erschienen ist das Ganze beim Label Kernkrach auf 7″ Vinyl im April 2003 in einer Auflage von 200 Stück. Die Aufnahmen sind aus dem Jahr 1983.
Die Gelegenheit, dass die ja schon lange ausverkaufte Single via Youtube noch einmal zu Gehör gebracht wird, möchten wir nutzen, um auf den aktualisierten Artikel über die Band im NDW-Wiki hinzuweisen: Charles Lindbergh n.e.V. im NDW-Wiki.
Viel Spaß beim Lesen.
Haiko



